Gesundheit

Depressionen beim Hund – Was man wissen sollte

Foto: Sophie de Vreé

Eine Depression kann das Leben von uns Menschen ganz schön auf den Kopf stellen und ziemlich kompliziert machen. Doch nicht nur unseres, auch das unserer Hunde. Woran erkennt man aber ob ein Hund unter Depressionen leidet und wie man ihm helfen kann? Das wollen wir im heutigen Artikel einmal genauer klären.

Was sind die Ursachen?

Beginnen wir im Kern des Ganzen. Was sind überhaupt die Ursachen, weshalb es bei diesen sonst so positiven Vierbeinern zu einer solchen Erkrankung kommen kann?

Zum Einen wäre das Stress. Beispielsweise durch dauerhaften Schlafentzug oder Ruhemangel, durch übermäßiges Alleinsein oder auch permanente, massive Spannungen zwischen zwei oder mehreren Hunden. Die Fellnase fühlt sich durch solche Umstände über lange Zeit sehr unwohl, was letztlich zur besagten Depression führen kann.

Doch auch zu wenig oder zu viel Auslastung gehört zu den entscheidenden Faktoren. Zu wenig körperliche und geistige Auslastung kann und wird höchstwahrscheinlich zu Frust führen, der wiederum dauerhaft alles andere als gut für die Psyche ist. Das Gleiche gilt für die Überforderung des Hundes, bei der sein Ruhebedürfnis einfach außer Acht gelassen wird und man ihn bis zur ungesunden Erschöpfung treibt.

Dabei rede ich natürlich nicht davon, das Fifi nach einem schönen Tag am See abends fix und fertig im Körbchen liegt. Sondern ich meine Leute, die ihren Hund jeden Tag zum Beispiel Stunde um Stunde durchweg über den Hundeplatz jagen und quasi 24/7 Bestleistungen von ihm fordern. Man muss sich ja nur mal vorstellen, wie wir uns dabei fühlen würden. Nicht besonders toll und auf die Dauer ist das sehr belastend.

Ein weiterer Grund für auftretende Depressionen sind einschneidende Erlebnisse, wie zum Beispiel der Tod des Halters oder des Zweithundes. Auch schlechte Behandlung mit beispielsweise Schläge etc. kann dazu führen, dass die Psyche des Hundes massive Schäden davon trägt. Dabei muss ich persönlich auch daran denken, wie schlimm es für sie sein muss, wenn sie einfach so ausgesetzt werden. Und doch ist es das Schicksal unzähliger Vierbeiner.

Des weiteren ist auch Altersschwäche und die damit verbundene Einschränkung ein wesentlicher Punkt. Vor allem Arbeitshunde, die es ihr Leben lang gewohnt waren ihre Aufgabe zu verrichten, können im Alter eine Depression entwickeln. Es nagt an ihnen, dass sie ihrer Arbeit nicht mehr nachkommen können und das Bewegen schwer fällt. Sie sind nicht ausgelastet und frustriert. Das gilt natürlich nicht für alle Hunde aber doch für einige.

Foto: Sandra Zapke

Woran erkennt man Depressionen?

Das Ganze gestaltet sich bei Hunden natürlich etwas schwieriger, da sie uns ja nicht sagen können, was sie gerade denken und fühlen. Dennoch kann man anhand ihres Verhaltens erkennen, ob die geliebte Fellnase womöglich tatsächlich darunter leidet.

Ein wesentliches Merkmal dafür ist das Zurückziehen aus dem Alltag. Betroffene Tiere suchen sich eher ruhige Ecken zum bleiben und wollen lieber in Ruhe gelassen zu werden. Sie spielen und toben kaum bis gar nicht mehr und haben keinen Spaß mehr an sonst gern gemachten Aktivitäten und Dingen. Auch der Appetit lässt deutlich nach und auch auf positives Einwirken anderer Tiere und Menschen reagieren sie eher weniger. Im Allgemeinen machen depressive Hunde einen ziemlich traurigen, schlappen und trostlosen Eindruck.

Über kurze Zeit müssen diese Anzeichen zwar nicht zwangsläufig eine Depression bedeuten aber wenn sie länger anhalten, kann dies durchaus die Ursache des Problems sein. Sicherheitshalber sollte man sich in solchen Fällen vergewissern, dass gesundheitlich alles in Ordnung ist.

Wusstest du’s?

Auch durch übermäßiges am Handy sein können unsere Lieblinge eine Depression entwickeln. Das ergab eine britische Studie. Warum? Unsere Hunde versuchen mit uns durch Augenkontakt und Körpersprache zu kommunizieren. Starren wir nun die ganze Zeit nur auf unser Telefon, fühlt er sich ignoriert und abgelehnt. Passiert das Ganze zu häufig bedeutet das für den Hund Stress durch die ständige Ablehnung und er kann eine Depression entwickeln. Das berichtete auch Welt.de.

Foto: Lisa König – Faye

Wie behandelt man Depressionen?

Zum Glück hat man als Halter einige Möglichkeiten um Depressionen bei der lieben Fellnase zu behandeln. Wichtig ist dafür aber zu wissen, was die Ursache für seine Erkrankung ist. Entsprechend kann man dann handeln.

Bei Überforderung sollte man seinem Liebling deutlich mehr Ruhepausen gönnen und sein Programm um einiges reduzieren, sodass er sich erholen kann. Ruhe, Spiel und Spaß statt vieler harter Arbeit ist hier das Zauberwort.

Für die Unterforderung dagegen ist eher das Gegenteil angesagt. Sorge für entsprechende Auslastung deines Vierbeiners. Ballspiele, gemeinsames Laufen oder andere Sportarten, sowie Denkspiele eignen sich dafür ideal.

Du verstehst, wie ich es meine, oder? Dem entsprechend sollte man bei zu viel Stress die jeweiligen Stressfaktoren beseitigen. Und Krankheiten umgehend behandeln, um damit verbundene Beschwerden zu mindern oder ganz zu unterbinden.

Aber was macht man nun, wenn eine wichtige Person gestorben ist oder die Fellnase ein schlimmes Erlebnis hatte, welches ihm so zusetzt? Wenn ein Polizeihund aufgrund seines Alters einfach keine Verbrecher mehr jagen kann?

Eines ist klar: Man kann die Vergangenheit nicht ändern und manche Dinge auch nicht. Was man aber durchaus kann ist das hier und jetzt zu gestalten. In solchen Fällen sollte man also versuchen die Tiere abzulenken, zu beschäftigen und ihnen Liebe und Zuneigung schenken. Ihnen zeigen, dass das Leben trotzdem schön sein kann.

Sicherlich ist das zunächst mal keine leichte Aufgabe bei jenen Wuffis, die wirklich tieftraurig sind aber in solchen Momenten muss man Ausdauer beweisen. Es wenigstens versuchen. Gemeinsames Spielen, Ausflüge, Schmuseeinheiten, Leckerchen usw. helfen dabei den Alltag für die Nase schön zu gestalten und helfen sicherlich vielen Tieren aus ihrer Traurigkeit.

Dennoch sollte man als Halter aber immer zum Wohle des Hundes entscheiden. Sagen wir der Hund hat starke Probleme mit den Knochen, die nicht gebessert werden können oder sieht nichts mehr und verliert deshalb jegliche Lebensfreude. Sitzt nur noch traurig in einer Ecke und stümpert so vor sich hin. Dann sollte man sich überlegen, ob man dem Tier noch irgendwie helfen kann oder ob es nicht vielleicht besser wäre, es zu erlösen.

Bitte versteh mich um Gottes Willen nicht falsch. Nur, weil ein Hund eine Zeit lang unter Depressionen leidet, heißt das nicht, dass du ihn deshalb einschläfern sollst. Körperlich gesunde Hunde auf keinen Fall. Ich meine hier wirklich kranke, stark beeinträchtige Vierbeiner denen die Lebensqualität im hohen Maß oder ganz verloren geht. Denn auch sowas gibt es und in solchen Augenblicken liegt es in der Verantwortung des Halters unnötiges Leiden zu verhindern.

Wie du siehst, es ist ein durchaus aktuelles Thema, das früher oder später jeden Hundehalter betreffen könnte. Auch, wenn es sich natürlich niemand wünscht.

Foto: Anika Lopez

Ein ganz herzliches Dankeschön an Anika, Sandra, Lisa und Sophie, die mir ihre wunderschönen Bilder für die Gestaltung zur Verfügung gestellt haben. 

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