Pitbull Rasseportrait
Rassenlexikon

Der American Pitbull Terrier – Rasseportrait

Wer hat Angst vorm „bösen“ Pitbull? Also wir nicht! Leider lassen sich viele Menschen durch die Medien arg beeinflussen und so wurde durch Zeitung, Internet und Fernsehen der Pitti zum Monster gemacht. Traurig aber wahr. Wusstest du, dass die hier zu Lande so gefürchteten Hunde in den USA auch Nanny Dogs genannt werden? Aber machen wir langsam. Im heutigen Rasseportrait möchten wir dir zeigen, dass diese Hunde ebenso liebenswerte Wesen sind, wie alle anderen auch.

Das Aussehen

Der American Pitbull Terrier, wie er eigentlich richtig heißt, ist ein etwa mittelgroßer Hund mit kurzem, dichten Fell, welches glatt an seinem Körper anliegt. Farblich gibt es unzählige Varianten, von braun über cremefarben, schwarz, weiß oder auch lilac. Charakteristisch für den Pitbull ist sein kräftiger, bemuskelter Körper hinter dem, wie du dir sicher denken kannst, ordentlich Feuer steckt. 

An dem kräftigen Vierbeiner hängen zusätzlich zwei hübsche Schlappohren und eine dünne, lange Rute, welche leider heute noch immer wieder kupiert werden, um den Pittis eine gefährlichere Optik zu verleihen. Noch immer ist diese Rasse in der Untergrundszene als Statussymbol typisch, ebenso wie beispielsweise der American Staffordshire Terrier. (Oder wie ich es nennen würde: Der Hund dient häufig als Potenzmittel für kleine Jungs die groß sein wollen und sich nicht selbst verteidigen können. Sorry aber meine Meinung.)

Größentechnisch liegt der Pitbull mit seinen Hündinnen bei etwa 43 – 50 cm und 14 – 27 kg. Die Rüden liegen im Schnitt bei 45 – 53 cm und 16 – 30 kg.

Leider ist es derzeit im Trend den eigentlich schlanken und athletischen American Pitbull Terrier zu einem immer bulligeren Abklatsch umzuwandeln, der mit der ursprünglichen Rasse nur noch wenig zu tun hat. Denn wenn man sich diese Hunde einmal anschaut, so sollte einem klar sein, dass bei einem solchen Gewicht auch die Knochen leiden.

Pitbull Hulk mit rund 80kg Bild: abc news

Das Wesen des Pitbulls

Ein Kind mit seinem Pitbull. Bild: The poodle (and dog) blog

Richtig erzogen und sozialisiert ist der Pitti ein sanftmütiger, intelligenter Familienhund, der durchaus bereit ist sich seinem Halter gehorsam unterzuordnen. Wie bereits erwähnt, werden sie in den USA auch als Nanny Dogs bezeichnet, was darauf beruht, dass diese Hunde überaus fürsorglich ihrer Familie gegenüber sind. Auch sind sie sehr verspielt, weshalb sie gerade auch für Kinder ideale Gefährten sind.

Sie sind unerschrocken und wenn es sein muss auch kampfbereit, weshalb es ungemein wichtig ist, wie das Tier aufwächst und welche Regeln und Grenzen es bekommt. Kümmert man sich entsprechend, so hat man mit dem Pitbull einen in sich ruhenden, bedingungslos loyalen Begleiter an seiner Seite.

Wichtig ist allerdings auch die Auslastung, denn diese Rasse ist ein echtes Energiebündel, dass ein entsprechendes Maß an Auslauf und Beschäftigung benötigt. Grundsätzlich gilt: Für ein entspanntes, friedliches Zusammenleben sind Herkunft, Erziehung und Sozialisierung maßgeblich, um mögliche Vorfälle zu vermeiden. Daher sollte man sich diese Rasse nur mit entsprechender Erfahrung holen.

Wie steht es mit der Gesundheit?

Richtig gehalten und nicht maßlos überzüchtet, ist der American Pitbull Terrier eigentlich ein weitestgehend robuster und gesunder Hund. Allerdings gibt es auch bei ihm ein paar rassetypische Erkrankungen, die ich dir nicht vorenthalten will.

  1. Hüftgelenksdysplasie (HD): Hierbei handelt es sich um eine durchaus weit verbreitete Erkrankung, die auch Schäferhunde, Dalmatiner und Co. betrifft. Fast alle mittelgroßen bis großen Rassen können davon betroffen sein. Diese Fehlentwicklung des Hüftgelenks führt bei den Vierbeinern zu Schmerzen, welche durch mangelnden Halt des Oberschenkelkopfes in der Gelenkpfanne ausgelöst werden. Das verursacht nämlich eine Reizung der Nervenfasern. Dadurch sind betroffene Hunde weniger bewegungsfreudig und liegen lieber ruhig, als die Hüfte in irgendeiner Art und Weise zu belasten. 
  2. Allergien: Auch diese können durchaus auftreten, wie zum Beispiel Allergien gegen bestimmte Futtermittel oder ähnliches. Meist kann das Ganze aber recht gut behandelt werden. 

  3. Canine Demodikose: Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Hautreaktion der sich übermäßig vermehrenden Haarbalgmilbe und ist somit eine parasitäre Erkrankung. 

Auch hier möchte ich anmerken, dass diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht zwangsläufig auftreten müssen, sondern nur, dass sie beim Pitbull des Öfteren aufgetreten sind. Trotzdem ist es mir wichtig, dass du weißt, was eventuell auf dich zukommen könnte und ob du damit zurecht kommen würdest.

Bild: Mino von Mel Anie

Interessantes über den Pitbull

Woher stammt eigentlich der Pitbull? Nun, das Zuchtziel des American Pitbull Terriers im ursprünglichen Sinne kommt aus den USA, wie der Name schon vermuten lässt. Das Interessante ist aber, dass diese Rasse im Prinzip nichts anderes ist, als ein umbenannter Staffordshire Terrier. Dieser wurde aus einer Kreuzung aus britischer Bulldogge und verschiedenen Terriern gezüchtet und für Wettbewerbe eingesetzt.

Wichtig war es vorallem, dass die Hunde in der Arena, auch „Pit“ genannt, eine gute Figur machten. So wurde mit den dafür am besten geeignetsten Staffords quasi die „Arbeits- / Kampfversion“ gezüchtet. Auch vom FCI ist die Rasse des American Pitbull Terriers nicht anerkannt, hat jedoch vom United Kennel Club einen Zuchtbucheintrag erhalten. 

Hundekämpfe sind inzwischen zwar in vielen Ländern verboten, doch werden noch heute immer noch täglich unzählige solcher Kämpfe durchgeführt. Dass dabei nicht selten die Tiere zu Tode kommen, spielt für die Veranstalter kaum eine Rolle.

Wusstest du, dass die Wurzeln des Pitbulls als „Kampfhund“  bis ins Mittelalter zurückreichen? Dort wurden Kämpfe gegen Bären oder Stiere veranstaltet. Später waren dann auch Ratten-Fang-Wettbewerbe ein Zeitvertreib der Amerikaner, wobei es darum ging, welcher Hund in einer Runde die meisten Ratten töten konnte.

Heute wird der Pitti in der Polizei als Drogenspürhund eingesetzt, als Rettungshund verwendet und in den USA ist er ein häufig anzutreffender Gast im Weight Pulling oder Dog-Cart.

Bild: Mino von Peter Meyer

Wie immer bedanken wir uns ganz herzlich bei den Hundehaltern, die uns ihre Bilder für unser Rassenlexikon zur Verfügung gestellt haben.

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