der deutsche Schäferhund
Rassenlexikon

Der deutsche Schäferhund – Rasseportrait

Der deutsche Schäferhund gehört wohl zu den bekanntesten Hunderassen in Deutschland und gehört, um ehrlich zu sein, zu meinen absoluten Lieblingen. Ich selbst bin jahrelang mit einem Rudel Schäfis aufgewachsen. Im heutigen Rasseportrait möchte ich dir diese Rasse deshalb einmal genauer vorstellen. 

Das Aussehen

Der deutsche Schäferhund ist ein mittelgroßer und kräftiger Hund, mit keilförmiger Schnauze und eher länglichem Körper. Dazu trägt er zwei gut proportionierten Stehohren und einen leicht buschigen Schwanz. Sein Fell ist eher zweckmäßig. Es ist pflegeleicht und vor allem wetterbeständig, sodass der Schäfi gegen Schnee, Regen, Kälte und Hitze recht gut geschützt ist. 

Laut FCI-Standard soll der Schäferhund schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis grauen Abzeichen sein, sowie einem schwarzen Sattel und schwarzer Maske. Die Nase soll bei allen schwarz sein.

Doch auf der Straße trifft man verschiedene Varianten des Schäfis an. So finden sich auch graue bis komplett schwarze Schäferhunde darunter. Beim Fell unterscheidet man zwischen Stockhaar und Langstockhaar. Der Körperbau sollte aber bei allen gleich sein. Gerader Rücken und klare Linien mit tiefem Brustkorb. 

Die Rüden erreichen durchschnittlich eine Höhe von 60 – 65 cm und ein Gewicht von ca. 30 – 40 kg, die Hündinnen sind mit etwa 55 – 60 cm und 22 – 32 kg etwas kleiner. 

Ein komplett schwarzer Schäferhund

Das Wesen des deutschen Schäferhundes

Der typische Schäferhund ist ein ausgeglichener, folgsamer, sowie nervenstarker und selbstsicherer Hund. Diese Eigenschaften verhelfen ihm zu seinen Jobs als Wach-, Schutz-, Dienst-, Begleit- und Hütehund. Vermutlich gehört eben aufgrund seiner vielen Einsatzgebiete zu den bekanntesten Rassen. 

Des weiteren ist der deutsche Schäferhund ein sehr lernwilliges Tier, dass allerdings eine durchweg konsequente Erziehung benötigt. Nur so kann sein Trieb und seine Selbstsicherheit in die richtigen Bahnen gelenkt werden. 

Ebenfalls typisch für diese Rasse ist sein Schutzverhalten, weshalb sein Halter in der Lage sein sollte dieses zu zügeln. Andernfalls kann es nämlich zu Problemen kommen. 

Wichtig ist für den Schäfi also zum einen die konsequente Erziehung und zum anderen auch die Auslastung. Sowohl körperlich als auch geistig. Aus diesem Grund ist der deutsche Schäferhund auch häufig im Sport anzutreffen, woran er viel Freude hat. Denn man sollte nicht vergessen: Der Schäferhund ist ein Arbeitstier.

Wie steht es mit der Gesundheit?

So toll diese Rasse auch ist, so unachtsam wurde eine Zeit lang mit ihnen umgegangen in der Zucht. Sicher hast du schon mal diese Schäfis mit dem steil abfallenden Rücken gesehen. Dieses optische Merkmal wurde lange Zeit nur aufgrund von menschlichen Vorlieben heran gezüchtet. Diese Deformation ging natürlich nicht spurlos an ihnen vorbei und so tauchten folgenden Erkrankungen beim Schäferhund besonders häufig auf.

  1. Hüftgelenksdysplasie (HD): Hierbei handelt es sich um eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, durch die der Oberschenkelkopf nicht genügend Halt in der Hüftgelenkspfanne findet. Dadurch enstehen Schmerzen, bis die betroffenen Tiere sich dann mit zunehmendem Alter immer weniger bewegen.

  2. Ellenbogendysplasie (ED): Dabei handelt es sich um eine Entwicklungsstörung des Skeletts, die Schmerzen, Bewegungseinschränkung des Ellenbogengelenks und später Lahmheit zur Folge haben. 

  3. Degenerative Myelopathie: Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine chronisch voranschreitende Rückenmarkserkrankung, die besonders bei älteren Hunden auftritt. Hauptmerkmal ist dabei eine Ataxie der hinteren Gliedmaßen. Also eine Bewegungsstörung, die durch Schäden des zentralen Nervensystems ensteht. Das problematische an dieser Krankheit ist vor allem auch, dass sie nicht heilbar ist.

  4. Kongenitales Vestibularsyndrom: Durch eine Fehlbildung des Gleichgewichtsorganes im Innenohr kommt es hier zu Koordninationsstörungen, Kopfschiefhaltung und häufig auch Taubheit. Manche Hundehalter verwechseln diese Erkrankung auch mit den folgen eines Schlaganfalls und lassen ihren Hund vorschnell einschläfern. Darum sollten die Ursachen vorher genau untersucht werden.

  5. Pankreasinsuffizienz: Einfach erklärt handelt es sich hierbei um eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse, wodurch betroffene Tiere häufig unter Durchfall leiden und ein Nährstoffmangel auftritt, der wiederum zu Gewichtsverlust führt. Darum ist eine medikamentöse Behandlung, sowie eine spezielle Ernährung für solche Hunde enorm wichtig.

Wie immer möchte ich an dieser Stelle aber noch einmal darauf hinweisen, dass die genannten Erkrankungen nicht zwangsläufig bei jedem deutschen Schäferhund auftreten müssen. Sie kommen bei dieser Rasse lediglich gehäuft vor.

Meine Eltern hatten damals einige Schäferhunde und sie alle waren gesund. Um ein mögliches Risiko zu minimieren, ist es auf jeden Fall empfehlenswert sich einen Hund vom Züchter zu holen, da hier besonders auf die Gesundheit der Tiere geachtet wird.

Interessantes über den deutschen Schäferhund

Der Schäfi ist eine gar nicht so alte Hunderasse. Die Rasse entstand im 19. Jahrhundert und war ursprünglich zum Hüten, Treiben und Bewachen gedacht, wie der Name bereits vermuten lässt. 

Max von Stephanitz gilt als der Begründer dieser beliebten Rasse und ein Großteil der heute zu finden Schäferhunde stammen von seinem Hund Horand von Grafrath und seinem Bruder ab. 

Im ersten Weltkrieg wurde der Name des deutschen Schäferhundes aufgrund der Deutschlandfeindlichkeit vom britischen Kennel Club in den Elsässer Wolfshund geändert. Zwar wurde diese Änderung 1977 rückgängig gemacht, doch aus diesem Grund gibt es heute noch Vereine in Großbritannien, die den Namen Alsatian Shepherd Dogs (also Elsässer Schäferhunde) verwenden.

Und trotzdem, im ersten und vor allem im zweiten Weltkrieg war der deutsche Schäferhund zum Symbol des Nationalismus. Häufig fand man sie in Konzentrationslagern an, wo sie die dort Gefangenen, je nach Laune des Halters, schwer verletzten oder gar töteten.

Das lag aber keineswegs daran, dass der Schäferhund ein durchweg aggressiver Hund ist. Dieses Verhalten wurde ihm zu Kriegszeiten gezielt antrainiert, denn wie bereits erwähnt ist diese Rasse sehr lernwillig und hat den „Will to please“. Also der Wille zu gefallen. (Ein Grund mehr, warum ich diese Rasse so liebe. 😉 )

Wer schon einmal mit einem Schäferhund gearbeitet hat, weiß womöglich, was ich meine. Das wiederum ist auch wichtig, um ihn in seinen verschiedenen Einsatzgebieten richtig führen zu können. Ein Hund, der absolut keine Lust hat sich anzupassen und unterzuordnen wäre schließlich ziemlich schlecht bei Polizei und Co aufgehoben. 

Der Polizeihund schlechthin ist übrigens wohl Kommissar Rex. Ein Schäferhund mit Kultfaktor. 

Hast du Lust auf noch mehr Rasseportraits? Dann schau doch mal in unserem Rassenlexikon vorbei!

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