Die Wasservergiftung
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Die Wasservergiftung – Eine unterschätzte Gefahr!

Besonders jetzt, wo die Sonne so richtig schön scheint und die Wärme allen etwas zu schaffen macht, wollen viele Hundehalter ihren Lieblingen etwas Gutes tun. Also machen sie einen Ausflug ans Wasser, wo sich alle so richtig schön austoben können. An eine mögliche Wasservergiftung denken viele gar nicht.

Dabei handelt es sich hierbei um eine sehr gefährliche Angelegenheit, die bis zum Tod des Tieres führen kann. Darum möchte ich dir heute erklären, wie es zu einer solchen Vergiftung kommen kann, wie du sie erkennst und wie reagiert werden muss.

Was ist eine Wasservergiftung?

Den meisten ist bekannt, dass zu wenig Flüssigkeit für jeden Körper eine große Gefahr bedeutet, denn die ist wichtig, um alle Vorgänge in unserem Inneren am laufen zu halten. Das zu viel Wasser aber ebenso gefährlich ist, wissen eher wenige.

Was passiert nun genau? Bei einer Wasservergiftung gelangt zu viel Wasser in den Blutkreislauf, sodass der Natriumgehalt sinkt. Das wiederum ist problematisch, denn Natrium ist wichtig für die Weiterleitung von Nervenimpulsen, für die Arbeit der Muskeln, sowie auch die Wasserverteilung selbst im Körper.

Um das ganze Prozedere im Inneren am laufen zu halten, wird nun versucht das Verhältnis zwischen Natrium und Wasser in der Blutbahn wieder auszugleichen. Das funktioniert, indem die Zellen drum herum das Wasser aufnehmen.

Also kommt mehr und mehr Flüssigkeit in die kleine Zelle, die immer und immer größer wird. Das Resultat: Es wird eng im Kopf, denn die äußeren Schädelknochen begrenzen das Hirn. Der Druck, der dadurch entsteht, sorgt für neurologische Störungen. Das Gehirn kann also nicht mehr richtig arbeiten und das ist, wie du dir sicher denken kannst, eine heikle Angelegenheit.

Wie erkennst du eine Wasservergiftung?

Logischerweise ist eine Wasservergiftung nur dann möglich, wenn der Hund entsprechende Möglichkeiten hatte, um viel Wasser aufzunehmen. Dafür reichen aber unter Umständen schon 20-30 Minuten im Wasser, wenn er dabei immer mal wieder ein paar Schlücke nimmt.

Darum solltest, wenn du am See oder Strand bist, auf folgende Symptome achten:

  • Erbrechen
  • Ein aufgeblähter Bauch
  • Starker Speichelfluss
  • Blasse Schleimhäute
  • Abgeschlagenheit
  • Weite Pupillen
  • Unkontrollierter Verlust von Urin
  • Abwesenheit
  • Krämpfe
  • Bewusstlosigkeit
  • Koordinationsstörungen

Solltest du etwas davon beobachten, solltest du deinen Liebling schnellstmöglich zu einem Tierarzt bringen. Denn laut dem Gesundheitszentrum für Kleintiere Lüdinghausen sterben die Hunde bei einer solchen Wasservergiftung in 2 von 3 Fällen.

Was ist also zu tun?

Durch das vermehrte Ausscheiden von Urin können sich betroffene Hunde ein Stück weit selbst helfen, denn dadurch wird natürlich auch das überschüssige Wasser aus dem Körper geführt. Bei starken Wasservergiftungen bringt das allerdings leider nichts. Hier bleibt nur noch der Tierarzt, der das Leben des Tieres retten kann.

Dieser wird dann die Blutwerte überprüfen, sowie Mittel verabreichen, die das Wasser reduzieren und den Elektrolythaushalt (also den Natriumgehalt) wieder ins Gleichgewicht bringen sollen. Und auch nach ein paar Tagen, ist die Weiterbehandlung in schweren Fällen notwendig, denn es können leider sogar Spätfolgen auftreten. Unter Umständen gehen diese bis hin zur Lähmung aller vier Gliedmaße.

Wer ist besonders gefährdet?

Durch ihr geringes Gewicht laufen besonders kleines Hunde und Welpen auf die Gefahr hinaus, bei übermäßiger Einnahme von Wasser eine solche Vergiftung zu erleiden. Aber auch sehr schlanke Vierbeiner, die nur wenig Fett besitzen, sind gefährdeter als große Hunde, denn das Körperfett ist in der Lage Wasser aufzunehmen. So tritt auch der Tod bei kleineren Hunde schon nach 2-3 Stunden ein, bei Größeren dagegen erst nach 7-8 Stunden.

Wie kann man vorbeugen?

Es wäre Quatsch dem Hund jetzt völlig das Baden oder Spielen im Wasser zu verbieten. Nur, weil man mit dem Auto einen Unfall bauen kann, verzichten wir ja nicht vollkommen darauf. Trotzdem solltest du ein Auge auf deinen Liebling haben, wenn er am See oder am Strand seinen Spaß hat. Wenn dir auffällt, dass dein Vierbeiner immer wieder ziemlich viel trinkt, solltest du das Ganze vorsorglich unterbinden.

Dabei rede ich nicht von einmal ausgiebig trinken an einem heißen Tag, sondern immer wieder in kurzer Zeit sehr viel. Darauf ist übrigens auch zu achten, wenn der Hund gern mit einem Wasserstrahl aus einem Schlauch oder dem Rasensprenger spielt.

Ansonsten sollte man immer wieder Pausen einlegen, sodass der Körper Zeit hat das Wasser auch abzubauen und auf die Wahl des Spielzeugs achten. Ein Frisbee lässt sich besser aufnehmen, ohne dabei massenhaft Wasser zu schlucken, im Vergleich zu einem Ball.

So kann das Risiko minimiert werden. Glücklicherweise ist das Auftreten einer Wasservergiftung recht selten, mit 200.000 Fällen jährlich.

Also pass gut auf deinen felligen Freund auf, sodass ihr den Sommer in vollen Zügen genießen könnt.

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