Erste Hilfe - 3 Notfallszenarien und was zu tun ist!
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Erste Hilfe – 3 Notfallszenarien und was zu tun ist!

Besonders, wenn man viel mit seinem Liebling unterwegs ist, kommt es doch immer wieder zu Unfällen, Verletzungen oder Situationen, die deinen Hund das Leben kosten können. Damit du aber ganz genau weißt, was zu tun ist, haben wir hier 3 Notfallszenarien plus erste Hilfe Anleitung für dich zusammengestellt.

Am Ende des Artikels findest du eine kostenlose Anleitung zum runterladen, sowohl für diese 3 Szenarien, als auch für Vergiftungen. Zu letzterem kannst du dich übrigens hier genauer belesen. 

Die Vorbereitung in einer Notsituation

Diese Vorbereitung gilt für Szenario 1 und 2 und ist eigentlich auch in fast allen anderen Notlagen ein wichtiger Punkt, den du auf keinen Fall außer Acht lassen solltest. Denn an allererster Stelle steht der Schutz! Und zwar für dich, für andere Personen und für das betroffene Tier.

Darum lautet Regel Nummer 1: Bevor du mit irgendwelchen Maßnahmen beginnst, leinst du den Hund erst einmal an, damit er nicht weglaufen kann und legst einen Maulkorb oder auch Maulschlinge an, um Bissverletzungen zu vermeiden. Außerdem sollten möglichst alle ruhig bleiben und auch den Hund versuchen runterzufahren, sofern er bei Bewusstsein ist.

Ist das erledigt, kann es weitergehen. Bringe die Fellnase in die stabile Seitenlage und achte darauf, dass die Atemwege frei sind. Dann kontrollierst du die Vitalzeichen, also Puls und Atmung. Wie funktioniert das nun genau?

Die stabile Seitenlage beim Hund

Bei der stabilen Seitenlage wird der verletzte oder verunfallte Vierbeiner, mit einer Decke, Jacke oder ähnlichem als Unterlage, nach Möglichkeit auf seine rechte Seite gelegt. In dieser Position wird nämlich die Wiederbelebung durchgeführt werden und auch bei einem Schockzustand wird das Ganze so praktiziert. Ansonsten gilt aber: Das Tier wird möglichst auf die unverletzte Seite gelegt. Sind beide Seiten betroffen, wird zusätzlich eine saubere Unterlage drunter gelegt, um keinen Schmutz in die Wunde zu tragen.

Anschließend werden Kopf und Wirbelsäule zu einer geraden Linie ausgerichtet, alle 4 Beine auseinander gezogen und der Kopf bei Bewusstlosigkeit überstreckt, sodass die Atemwege frei sind. Sollte sich der Hund in einem Schockzustand befinden, wird das hintere Teil höher gelagert, um das Blut leichter in den Kopf zurückfließen zu lassen. Das Ganze sollte dann aussehen, wie auf dem Bild. 

Stabile Seitenlage mit hoch gelagertem Hinterteil. Bildquelle: www.josera.de

Im Falle einer Herz-Druck-Massage findest du das Hundeherz übrigens beim angewinkelten, oben liegenden Bein am Ellenbogen. Im Bild habe ich dir die Stelle eingekreist.

Den Puls finden und messen

Das klingt im ersten Moment vielleicht einfach, ist es aber nicht unbedingt. Deshalb ist es ratsam vorab immer mal wieder zu üben, sodass du es im Ernstfall kannst. Dazu legst du deinen Hund auf die Seite und suchst dann mit dem Mittel- und dem Zeigefinger in der Beinfalte des Innenschenkels nach der Oberschenkelader.

Hast du den Puls gefunden, zählst du die Schläge innerhalb von 15 Sekunden und multiplizierst das Ganze mal 4. So hast du die Herzschläge pro Minute. Im Normalfall liegt dieser Wert bei einem ausgewachsenen, ruhigen Hund bei 60-120 Schlägen pro Minute und bei Welpen bis zu 210 Schlägen pro Minute.

Den Puls richtig messen. Bildquelle: www.josera.de

Die Atmung kontrollieren

Die Atmung zu kontrollieren ist zum Glück etwas leichter, als den Puls zu messen und ist auch ohne Übung möglich. Achte hierzu darauf, ob sich der Brustkorb des Hundes hebt und senkt, ob Atemgeräusche zu hören sind und auch, ob du Atemluft an deiner Hand spürst, wenn du sie vor die Schnauze hältst.

Zusätzliche Maßnahmen

Um dir einen noch genaueren Überblick über den Gesundheitszustand zu verschaffen, kannst du noch die Pupillenreaktion auf Licht überprüfen (Taschenlampe), den Schmerzreiz (ins Ohr kneifen), die Reaktion auf laute Geräusche (z.B. Klatschen) und natürlich, ob Bewegungen zu verzeichnen sind.

So hast du einen guten Überblick und kannst entsprechend reagieren.

Szenario 1 – Erste Hilfe beim Herz- / Atemstillstand

Sollte der Herz- oder Atemstillstand eingetreten sein, ist es lebenswichtig sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen. Andernfalls verstirbt der Vierbeiner in kürzester Zeit und jede Hilfe kommt zu spät.

Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung handelt es sich um 2 kombinierte Erste Hilfe Maßnahmen. Zum einen die Herz-Druck-Massage und zum anderen die Mund-zu-Nase-Beatmung. 

Dazu habe ich dir ein Video herausgesucht, dass du dir am besten einmal ansiehst. Denn (zumindest bei mir ist das so) durch angucken versteht und verinnerlicht man es ja doch besser. Falls du doch zusätzlich eine Beschreibung möchtest, findest du die weiter unten in der kostenlosen Anleitung.

Wichtig ist aber zuvor mögliche Gefahrenquellen zu beseitigen. Das bedeutet Fremdkörper entfernen, die die Atmung blockieren, Blutungen stoppen, etc. Ansonsten kannst du ja ackern, wie du willst und es kann gar nichts bringen, verstehst du?

Achte aber darauf, dass du die Wiederbelebungsmaßnahmen direkt einstellst, sobald die Vitalzeichen wieder da sind und passe deine Maßnahmen der jeweiligen Situation an. Das heißt, wenn nur die Atmung ausbleibt, das Herz aber schlägt, dann führe auch wirklich nur die Mund-zu-Nase-Beatmung durch.

Ist der Zustand des Hundes halbwegs stabil, bringe ihn bitte umgehend zu Tierarzt. Doch auch hier achte auf deinen Schutz und überfahre beispielsweise keine roten Ampeln oder fahre zu schnell.

Herz-Druck-Massage beim Hund. Bildquelle: www.tierklinik.de

Szenario 2 – Erste Hilfe bei starken Blutungen

Stell dir vor, dein Hund läuft über die Wiese, als ein anderer Vierbeiner kommt und ihn durch Bisse schwer verletzt. Kein schöner Gedanke, doch leider ein durchaus häufiges Bild. 

In so einem Fall sollte man zunächst sich und seinen Liebling aus der Gefahrenzone schaffen und die bereits genannten Vorbereitungen treffen, während man am besten gleichzeitig durch Druck auf die verletzte Stelle bzw. die verletzte Arterie die Blutung stoppt. So werden lebensgefährliche Blutverluste vermieden.

Anschließend wird ein Druckverband angelegt. Dazu wird die Wunde mit einem sterilen Tupfer oder Flies abgedeckt und mit einer Mullbinde fixiert. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Druck so stark ist, dass die Verletzung nicht mehr blutet. 

Eine tolle Zusammenfassung für die erste Hilfe bei Bissverletzungen findest du übrigens im Bild, dass wir freundlicherweise von Erste Hilfe beim Hund benutzen dürfen. 

Was ist aber, wenn die Blutung einfach absolut nicht aufhören will? In diesem Fall kann man, um lebensgefährliche Blutverluste zu verhindern, für maximal 10 Minuten ein Körperteil abbinden. Zum Beispiel mit einem dünnen Seil, Schnürsenkel oder ähnliches. Dann wird das Ganze kurz wieder geöffnet und dann wieder abgebunden. 

Es besteht allerdings das Risiko, dass das betroffene Körperteil dabei abstirbt oder sich beim öffnen Embolien bilden, die ebenfalls lebensgefährlich für den Hund sind. Daher sollte diese Maßnahme wirklich nur im absoluten und äußersten Notfall angewendet werden. 

Auch bei Blutungen gilt logischerweise, das Tier muss schnellstmöglich zum Tierarzt.

Szenario 3 – Erste Hilfe bei Ertrinken

Gerade im Sommer hält man sich mit seinem Liebling ja gern mal am Wasser auf. Dabei passiert es leider immer wieder, dass Hunde ertrinken. Doch nur, weil der Hund regungslos an Land gezogen wird, heißt das noch lange nicht, dass jede Rettung zu spät ist.

Beim Ertrinken handelt es sich um eine Form des Erstickens. Wasser in der Lunge verhindert den Sauerstoffaustausch und führt somit zum Kreislaufstillstand. Die Gehirnzellen sterben jedoch nicht sofort ab, sondern erst nach etwa 4-7 Minuten und dann versagen auch allmählich die Organe. Darum ist es wichtig schnell zu handeln!

Um das Wasser wieder aus den Atemwegen und der Lunge zu befördern, musst du den Hund an den Hinterbeinen nehmen und hochhalten, sodass der Kopf und der Oberkörper frei hängen und dabei hin und her schwingen. Dieses Prozedere muss für mindestens 15 bis 30 Sekunden durchgeführt werden. Solange, bis kein Wasser mehr aus dem Maul fließt.

Und was ist, wenn man dort einen 50 kg Hund zu liegen hat, den man selbst zu zweit nicht anheben könnte? In diesem Fall legst du den Kopf zur Seite und lagerst den hinteren Teil des Körpers hoch, sodass die Schnauze der tiefste Punkt ist. Danach massierst du mit den Händen den Brustkorb bzw. streichst Richtung Maul das Wasser aus dem Körper. Auch Klopfen kannst du versuchen.

Ist alles Wasser raus, beginnst du mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, wie ich sie schon unter Herz- / Atemstillstand erklärt habe, bis die Vitalzeichen wieder positiv sind. 

Auch, wenn es dir im ersten Moment vielleicht sinnlos erscheint, solltest du keine Chance ungenutzt lassen deinen Liebling zu retten. Denn es gibt durchaus Hunde, die überlebt haben.

Deine Anleitungen für den Notfall

Wie versprochen findest du hier die Anleitung zur ersten Hilfe für Vergiftungen, Herz- und Atemstillstand, starken Blutungen und Ertrinken. Weitere Infos zu jeglichen Notfallsituationen findest du übrigens hier. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall!

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