Das Vestibularsyndrom
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Fehldiagnose Schlaganfall? – Das Vestibularsyndrom

Wenn der geliebte Vierbeiner plötzlich mit schief gelegtem Kopf, schwankendem Gang und auffällig flackernden Augen angelaufen kommt, denken viele Hundehalter ihr Liebling hat einen Schlaganfall erlitten. Dabei handelt es sich womöglich um das Vestibularsyndrom, welches in den meisten Fällen heilbar ist.

Was es genau mit dieser Erkrankung auf sich hat und welche Hunde besonders oft betroffen sind, wollen wir heute einmal genauer klären.

Was ist das Vestibularsyndrom überhaupt?

Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine Störung des Gleichgewichtsorganes im Innenohr, welches auch Vestibularapparat genannt wird. Betroffen sind davon vor allem ältere Tiere aber auch manche Rassen, wie zum Beispiel der deutsche Schäferhund, neigen dazu dieses Krankheitsbild im Laufe der Zeit aufzuweisen. Die Aufgabe dieses Organes ist es, dem Gehirn zu vermitteln, welche Position der Körper im Raum hat. Dementsprechend werden die Bewegungen dann abgestimmt.

Kommt es hier zu einer Störung, sind Gleichgewichtsprobleme die Folge. So kann bei erkrankten Hunden eine deutliche Kopfschieflage beobachtet werden, ebenso wie ein taumelnder Gang und unter Umständen auch Augenflackern oder Starren. Im Video der Kleintierpraxis Dr. Laube kann man gut sehen, was gemeint ist. Außerdem wird den Tieren durch die Gleichgewichtsstörung häufig schlecht, sodass sie als Folge daraus erbrechen.

Diese Symptome gleichen durchaus denen eines Schlaganfalls, weshalb die Besitzer häufig von einem ausgehen. Leider kommt es auch häufiger vor, dass die Halter ihren felligen Freund direkt erlösen wollen, weil sie es einfach nicht besser wissen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass beim Tierarzt sorgfältig geschaut wird, welche Erkrankung nun wirklich vorliegt.

Die Therapie

Derzeit ist die genauer Ursache dieser Erkrankung nicht bekannt, sodass es auch keine einheitliche Therapie dafür gibt. Dennoch kann durch eine Behandlung der Symptome eine deutliche Besserung erzielt werden und die Heilung fördern.

So werden dann Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen oder Infusionen zur Stärkung des Herzkreislaufsystems und der Durchblutung verabreicht. Unter Umständen werden zusätzlich auch Vitaminpräparate und Entzündungshemmer gegeben.

Bei entsprechender Schonung und ein wenig Geduld, ist das Vestibularsyndrom dann aber bei den meisten Hunden nach etwa 2 Wochen abgeklungen, ohne Schäden oder Beeinträchtigungen für den Vierbeiner zu verursachen. Ab und an bleiben kleine Einschränkungen, wie leichte Kopfschiefhaltung zurück. Doch das stört das Tier nicht und kann mit passender Physiotherapie gut in den Griff bekommen werden.

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